Lakritz, Süßholz und Glycyrrhizin – Vorsicht in der Schwangerschaft!

Lakritz, Süßholz und Glycyrrhizin – Vorsicht in der Schwangerschaft!

Der berühmte Heißhunger überfällt jede Frau im Laufe ihrer Schwangerschaft einmal. Die eine oder andere Süßigkeit dürfen Sie auch genießen. Sie sollten vorab aber immer einen Blick auf die Zutatenliste werfen.

Lakritze beispielsweise enthalten das Extrakt der Süßholzwurzel. Übermäßiger Verzehr von Süßholzwurzel kann zu erhöhtem Blutdruck führen. Auch das Risiko einer Frühgeburt ist vermutlich verstärkt gegeben. Diese Wirkung ist auf den natürlichen Süßstoff Glycyrrhizin zurückzuführen, der in der Süßholzwurzel enthalten ist. Er gibt der Lakritze ihren typischen süß-herben Geschmack. Hinzu kommen Zucker- und Glukosesirup, Mehl, Stärke, Gelatine und diverse Aromen und natürliche Farbstoffe. In 100 Gramm normaler Lakritze stecken in etwa 100 Milligramm Glycyrrhizin. Bei einem höheren Glycyrrhizingehalt muss das Produkt als „Starklakritze“ gekennzeichnet werden.

Trotz der vermeintlichen stressmindernden und gesunden Wirkung von Lakritze bei Husten, Schnupfen, Heiserkeit oder Magenbeschwerden warnen sowohl das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) als auch das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) vor einem übermäßigem Verzehr. 100 mg Glycyrrhizin pro Tag sollten nach deren Empfehlung nicht überschritten werden. Dies entspricht in etwa sechs bis acht handelsüblichen Lakritzschnecken. Die Empfehlung des BfR und des BgVV gilt auch für Nichtschwangere. Da größere Mengen Gycyrrhizin, wenn sie sehr häufig verzehrt werden, zu Natriumanreicherung, Kaliumverlust, Bluthochdruck, Wassereinlagerung und Muskelschwäche führen können, sollten vor allem Menschen mit Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Problemen, Diabetiker sowie Schwangere vermehrt Vorsicht walten lassen.

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